Diese Geschichte von ʻGerman Explorers, Barons and Drugsʼ wurde von Steph Overton und Elizabeth Yuncken von der Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation (CSIRO) verfasst. Sie wurde zuerst am 9. Juli 2013 als CSIRO-Blog (Nachrichten Seite) veröffentlicht und wir danken der CSIRO für die Erlaubnis der Reproduktion. Es ist die Geschichte einer kleinen Pflanze, die zwei Nationen miteinander in Verbindung gebracht hat und noch immer verbindet – Australien und Deutschland.

Vor 200 Jahren genau wurde in einem weit entfernten Lande, das Preußen heißt (uns heute als Deutschland bekannt), ein Naturforscher und Entdecker geboren. Er hieß Ludwig Leichhardt und er beschloss, in einem großen und noch unerforschten Land, genannt Australien, auf Entdeckungsreise zu gehen.

Auf einer seiner Expeditionen in Queensland fand er ein großes buschartiges Gewächs, das bis dahin von noch keinem Europäer benannt oder beschrieben worden war. Von dieser Pflanze brachte er etwas nach Sydney zurück, zusammen mit vielen anderen wichtigen und der westlichen Medizin bisher unbekannten Pflanzen und Tieren.

Später in dieser Zeit, aber im gleichen Jahrhundert, wurde ein deutscher “Baron”, der Freiherr Ferdinand Jakob Heinrich von Müller, ein in den Adelsstand erhobener deutscher Botaniker, von der Regierung als Botaniker von Victoria angestellt und außerdem war er auch der Leiter der Royal Botanic Gardens in Melbourne. Er beschrieb dieses buschartige Gewächs, in wissenschaftlichem Latein, und nannte es, nach Ludwig Leichhardt, duboisia leichhardtii.

Nicht lange danach fingen Forscher an, die Pflanze auf ihre medizinischen Eigenschaften hin zu untersuchen. Das Gewächs weist einen hohen Bestandteil an Tropan-Alkaloiden auf, die bei Leuten alles Mögliche anrichten (Kokain ist übrigens auch ein Tropan-Alkaloid, wird aber nicht hieraus gewonnen). Und es stellte sich heraus, dass duboisia leichhardtii und einige ihr verwandte Arten ein hervorragender Lieferant für die Tropan Alkaloide Atropin und Scopolamin sind.

Atropin erweitert die Pupillen und solchermaßen verwendet es der Augenarzt, die Augenärztin, um Zugang zum Inneren des Augapfels zu erhalten. Scopolamin wurde verwendet, um die Schmerzen bei der Niederkunft zu mildern und um geistige Störungen zu behandeln. Und dann entdeckte man, dass es zur Behandlung von Kriegstraumata eingesetzt werden kann und gegen Reisekrankheit. Wenn das keine Pflanze ist! 

Und jetzt sind wir bei der CSIRO. In den 1940igern und 50igern vergrößerte sich die Nachfrage nach Scopolamin und Atropin und in der Folge begann die CSIRO mit Untersuchungen, um zu sehen, ob duboisia sich effizienter anpflanzen ließ und ob die Pflanze dazu gebracht werden konnte, die Produktion von Tropan-Alkaloiden zu steigern.

Das in Herrn Leichhardts Pflanze liegende Potential versetzte alle Welt in Aufregung. 1953 berichtete die Zeitung ʻThe West Australianʼ, dass in eben diesem Jahr 100 Tonnen Blätter der duboisia exportiert worden seien – “es kann kaum Zweifel bestehen, dass diese australische Pflanze letztendlich weltweit die Hauptquelle für Atropin werden wird.” Hurra!

Wenn vielleicht auch dann nicht ganz in diesem Maß, ist es nichtsdestoweniger richtig, dass Australien noch immer duboisia an einen der großen pharmazeutischen Konzerne in (ja, richtig geraten) Deutschland liefert. Boehringer Ingelheim, Deutschland, hat an der australischen Ostküste eine ca. 990 Hektar große duboisia-Plantage und von dort werden die getrockneten Blätter zum Konzern nach Deutschland verschifft, wo die entsprechenden Bestandteile extrahiert werden.

Wie schön sich der Kreis deutsch-australischer Zusammenarbeit schließt – Ludwig, gut gemacht!

Translation by Dr Isolde Neugart MBA PhD

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