Im Jahr 1844 passierte Leichhardt auf seiner Expedition von den Darling Downs bis zur Spitze der Cobourg Peninsula – eine Entdeckungsreise monumentalen Ausmaßes – die Region des heutigen Distrikts Taroom. Während seines Aufenthaltes dort benannte er bis dato Unbekanntes aus der Natur, heute ein Teil der vielen touristischen Attraktionen dieser Region. Darüberhinaus markierte er einen Coolibah Baum in der Yaldwyn Straße – jetzt die Hauptstraße von Taroom – mit einem ʻL’, eingeritzt in den Baumstamm.

Die Einwohner von Taroom und der Region sind auf diesen Baum überaus stolz und ebenso sehr auf die vielen Naturwunder wie der Expedition National Park, Lake Murphy, das Ruined Castle und das Amphitheater, alle diese von Leichhardt so benannt. Er gab auch dem Dawson River seinen Namen, an dessen Ufer Taroom gelegen ist.

Zum Hintergrund des Projekts

In der im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts durchgeführten Fusionierung einer großen Anzahl separater örtlicher Regierungsbezirke wurde Division 1 des damaligen Taroom Shire Councils in das größere Banana Shire Council eingegliedert, mit dem Sitz in Biloela, auf dem Leichhardt Highway 200 km in nordöstlicher Richtung. Damit blieb in der Yaldwyn Street ein Gebäude größeren Umfangs, in dem das Taroom Shire Council bis dato seine Räume hatte, zu einem großen Teil ungenutzt.

Eine örtliche Initiative – die Taroom District Development Association (TDDA) – machte darauf den Vorschlag, die Räume des ehemaligen Taroom Shire Councils zu renovieren und daraus ein Zentrum zu machen mit dem Ziel, den Leistungen des verschollenen preußischen Entdeckers Tribut zu zollen. Man war allgemein der Auffassung, dass Leichhardt noch nicht volle Achtung und Anerkennung für seine Entdeckungen und Leistungen gefunden habe, im Besonderen was die Route Jimbour – Port Essington angehe.

Mit der Zustimmung des Banana Shire Councils begann die TDDA eine Reihe von Veranstaltungen durchzuführen, mit dem Ziel, für das Leichhardt-Zentrum in der Öffentlichkeit zu werben. Diese Öffentlichkeitsarbeit fand in der Bevölkerung überaus große Unterstützung. Eine jüngere Umfrage mit entsprechend hoher Beteiligung zeigt, dass 92 % der Befragten für das Projekt waren und ihm vor den sieben anderen in der Umfrage genannten Projekten den Vorrang gaben.

Aus dem ʻBlueprint for the Bushʼ-Programm erhielt die TTDA Gelder zur Erstellung von Plänen für die Neuverwendung des Gebäudes; der Architekt Brian Hooper aus Yeppoon wurde dazu beauftragt. So, wie die Pläne ausgelegt sind, sehen sie eine vollständige Renovierung des Gebäudeinneren vor, mit Platz sowohl für das Leichhardt-Zentrum als auch für das nach wie vor vor Ort bestehende Service-Zentrum des Banana Shire Councils.

Was gebraucht wird und was getan werden muss

Nicht nur Taroom, Banana Shire überhaupt ist ohne finanzielle Unterstützung nicht in der Lage, das Projekt in die Tat umzusetzen und damit den Wünschen der Allgemeinheit, die ein Interesse an dem Projekt hat und es unterstützt, zu entsprechen. Selbst wenn Anträge auf Gelder aus den regionalen Entwicklungsprogrammen der Regierung bewilligt würden, wären diese kaum ausreichend, Projektkosten von insgesamt drei Millionen Dollar zu decken.

Partnerschaften, insbesondere im Bereich Tourismus, wechselseitige Beziehungen im Bildungs- und im Wissenschaftsbereich in dem Jahr, in dem sich Leichhardts Geburtstag zum 200. Mal jährt – und in den kommenden Monaten mit dem 170. Jubiläum seiner größten Expedition –, scheinen mehr Erfolg zu versprechen.

Nicht übersehen werden darf, dass das Gebäude selbst nur ein Teil des Projektes darstellt. Um es seinem Zweck zuzuführen, werden Artefakte, Erinnerungs- und Ausstellungsstücke, Tribute an Ludwig Leichhardt gebraucht. Gespräche mit Museen, der Regierung (der australischen wie der deutschen) und verschiedenen Leichhardt-Interessengruppen sind geführt worden, um zu ermitteln, was für Ausstellungszwecke zur Verfügung steht und was erworben oder geliehen werden kann.

Taroom und der Distrikt sind in vielfacher Weise mit Leichhardt verbunden und erscheinen damit als der geeignetste Ort zur Errichtung einer Erinnerungsstätte, um einem außergewöhnlichen Mann, vielleicht der bemerkenswerteste von allen, die dieses Land jemals durchquert haben, Tribut zu zollen.

Wenn Leichhardt sich auch ʻirgendwo da draußenʼ befindet, so ist es doch sonderbar, dass es, während alles Mögliche – vom Campingplatz bis zum Highway, vom Fluss bis zum Wahlbezirk – nach Leichhardt benannt ist, bisher noch kein physisch greifbares Zentrum in Queensland gibt, um sein Andenken und seine Leistung zu ehren, eine Stätte, die von überall her – sei es Queensland, Australien oder irgendwo auf der Welt – besucht werden kann.

Was gäbe es eine bessere Lokation für ein solches Zentrum als “um die Ecke” von dem Baum, den Leichhardt mit einem ʻLʼ markiert hat, am Ufer des Flusses, den er benannt hat?

Translation by Dr Isolde Neugart MBA PhD

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