Gesundheitlich wiederhergestellt unternahm Leichhardt auf den westlichen Darling Downs und darüberhinaus eine weitere ausgedehnte Expedition, bei der er den Verlauf des Condamine Rivers verfolgte und einen großen Abschnitt bis dahin unbekannten Landes verkartete. Die sorgfältige Dokumentation seiner Reisen und seine wissenschaftlichen Ergebnisse brachten ihm Anerkennung in Europa.

Wie Leichhardt bei seiner Rückkehr bekannt wurde, war er einer von zwei Forschern, denen die Société de Géographie in Paris ihre Auszeichnung für das Jahr 1847 verliehen hatte. Für seine Expedition nach Port Essington wurde ihm für das so “vermehrte Wissen über den großen Kontinent Australien” auch die Patron’s Medal der Royal Geographical Society, London, verliehen. Diese Medaille ist jetzt im Besitz des National Museum of Australia.

Noch immer glaubte Leichhardt daran, den Kontinent durchqueren zu können. Im März 1848 brach er ein weiteres Mal vom Condamine River auf, und der Aufbruch am dritten April von der Coogan Station in Maranoa sollte das letzte Zeugnis von Leichhardt und seinem Tross sein.

Mehrere von Seiten der Regierung über einen Zeitraum von etlichen Jahren hinweg unternommene Expeditionen, das Rätsel zu lösen, blieben erfolglos. Die einzigen Anhaltspunkte, mit deren Hilfe eine ungefähre Reiseroute etabliert werden konnte, waren verschiedene Bäume, die mit einem ʻL’ markiert waren, einer davon ganz im Norden, am Flinders River, nahe des Golfs von Carpentaria.

Das Rätsel von Leichhardts Schicksal hielt auch noch die Köpfe späterer Forschergenerationen beschäftigt: 50 Jahre später, im Jahr 1896, traf David Carnegie bei seiner Expedition durch die Gibson Desert und die Great Sandy Desert auf Aborigines, in deren Besitz sich ein Zeltpflock aus Eisen, der Deckel einer Streichholzschachtel aus Blech sowie verschiedene Sattelbestandteile aus Eisen befanden. Carnegie vermutete, all dies stamme von Leichhardts Expedition.

Im Jahr 1900 gab ein weiteres Indiz einen Anhaltspunkt. Ein Stockman der Aborigines fand in der Nähe von Sturt Creek, nahe der Grenze zwischen den States Western Australia und dem Northern Territory, ein wenig östlich von der Great Sandy Desert, eine abgebrannte Schrotflinte, über die unteren Zweige eines Baobab-Baum gehängt, mit einer Kupferplakette und der Inschrift ʻLudwig Leichhardt 1848’: Der Baum hatte im Stamm ein ʻL’ eingeritzt. Die Abfolge dieser Anhaltspunkte und Indizien legt zusammengenommen die Vermutung nahe, dass Leichhardt dem Weg seiner ersten Expedition im Groben gefolgt ist, sich zuerst westlich haltend, nach Queensland dann südwestlich und durch das Top End.

Leichhardts Ruf als heldenhafter Naturforscher hatte nach Abbruch seiner zweiten Expedition von seinem Glanz ein wenig eingebüßt, und das Rätsel seines Verschwindens erlaubte es den Kritikern im Lehnstuhl, Überlegungen anzustellen: hinsichtlich der Qualität seines Charakters, seiner Kenntnisse und Fähigkeiten zum Überleben in der Wildnis, hinsichtlich seiner Führungsqualitäten. Der australische Schriftsteller Dan Sprod stellt die zweite Unternehmung in einen angemesseren Zusammenhang, wenn er schreibt (1994):

“Leichhardts Entscheidung, im Oktober aufzubrechen war nicht die beste, aber Wetterbeobachtungen, die ihm als Richtlinien hätten dienen können, standen um 1840 kaum zur Verfügung. Die starken Regenfälle waren wohl nicht die Ursache des Fehlschlagens der Expedition, aber zusammen mit der nicht sehr klug getroffenen Auswahl an Vorräten und Ausrüstungsgegenständen erschwerten sie deren Vorankommen, und der physische Aufwand, Verlorengegangenes wiederaufzufinden und im Sumpf Steckengebliebenes herauszuziehen, trug vermutlich mit dazu bei, die allgemeine Widerstandskraft gegen Krankheiten herabzusetzen.

Leichhardts Entscheidungen bezüglich Güter und Transportmittel waren von der nicht-offiziellen Natur des Unternehmens, den finanziellen Beschränkungen und der Voraussicht bestimmt, dass die Expedition von langer Dauer sein werde. Er versäumte es, genügend Medikamente mitzuführen, aber auch wenn mehr Medikamente mitgenommen worden wären, steht zu vermuten, dass sie von keinem großen Nutzen gewesen wären. ...

... und die Expedition wäre ohne wiederkehrende Fieberanfälle, denen Leichhardt keinerlei Möglichkeiten hatte Herr zu werden, weiter vorangestoßen. Die Krankheit wurde von Moskitos übertragen und war vermutlich Denguefieber. Nicht nur, dass es den Teilnehmern der Expedition physisch unmöglich wurde, die Expedition fortzusetzen, weil sie krank waren, Vorräte und Ausrüstungsgegenstände, die für Verlauf und Dauer der ganzen Expedition gedacht waren, mussten bereits zu einem frühen Zeitpunkt eingesetzt werden.”

OUR SPONSORS 
AND PARTNERS
LOGO GACCQ LOGO HK-BNE  LOGO BRD-CG SYD  LOGO BRD-BOT CBR www.australien.diplo.de  LOGO DFAT   LOGO MDC
   LOGO OKT-BNE 200  LOGO LGIsolde LOGO Goethe NEW 200RGB  LOGO ACfE LOGO JPC web 200RGB
          LOGO BNE-Marketing LOGO OrmeauSS 60pxH PNG-2