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Der Ökologe Rod Fensham, selbst ein ʻEntdeckerʼ, wie er sagt, stieß, in Bibliotheksgrüften wohl verborgen, auf die Original-Tagebücher des großen Naturforschers, und begab sich darauf selbst auf eine lange Reise mit dem Ziel der Übersetzung und Veröffentlichung der Tagebücher zum Jahr 2013, dem Jahr, in dem sich Leichhardts Geburtstag zum 200. Mal jährt. Dieser Artikel wurde im Oktober 2012 im Buch ʻQueensland’s German Connections’ veröffentlicht und wir danken dem Träger des Buches, dem German Australian Community Centre Qld. Inc. (GACCQ), für die Erlaubnis zum Wiederabdruck. 

Weitere Information zu diesem Buch und um Exemplare zu bestellen, bitte hier klicken.  Um die zweibändige Übersetzung der Tagebücher ins Englische zu bestellen (eine Publikation des Queensland Museums), bitte hier klicken.

Über 150 Jahre hinweg haben auf den riesigen Gebieten hinter der Küste im Norden des australischen Kontinents Rinderherden geweidet und ganze Bereiche sind von Bulldozern eingeebnet worden. Als Ökologe, der die Natur der Veränderungen in der Landschaft zu verstehen sucht, hoffe ich daher auf nichts mehr als auf eine genaue Beschreibung des Landes aus der Zeit der ersten Europäer. Welch törrichte Hoffnung!

Es gibt mit Sicherheit keine vernünftigen Beschreibungen, so habe ich gedacht. Schließlich hatten die Pioniere keine wissenschaftliche Ausbildung und waren viel zu sehr damit beschäftigt, sich gegen die Elemente zur Wehr zu setzen und gegen die Aborigines, um die Natur genau und von einer neutralen Warte aus zu beobachten. Dann fielen mir Ludwig Leichhardts Tagebücher von seiner Überlandexpedition im Jahr 1845 in die Hände.

Dieses kostbare australische Kulturdenkmal war nicht die Aufzeichnung eines typischen Entdeckers mit dem Blick auf Vermessung und Entdeckung fruchtbaren Landes. In den Tagebüchern finden sich außergewöhnlich detaillierte Beschreibungen von Pflanzen und Tieren wie auch gut durchdachte Interpretationen geografischer Muster. Die Tagebücher bringen nicht nur die Beobachtungen des ersten weißen Mannes, der das Land in Augenschein genommen hat, zum Vorschein, sondern darin zeigt sich auch ein in seinem Fach führender Wissenschaftler.

Je mehr ich mich mit Leichhardt beschäftigte, desto größer wurde mein Interesse an seinem mehrdeutigen Charakter; was er geschrieben hat, wurde von mir verschlungen, und dazu, was andere, die sich mit ihm beschäftigt hatten, geschrieben haben. Sie alle betonen seine nicht fasssbare Persönlichkeit: Alec Chisholm (ʻStrange New Worldʼ) porträtiert ihn als Narr, der nur sein eigenes Interesse im Auge hatte, wohingegen Colin Roderick (ʻThe Dauntless Explorerʼ) den Versuch unternimmt, ihn als den vergessenen australischen Helden wiederauferstehen zu lassen.

In Rodericks Biografie war in den Anmerkungen ein Verweis auf Leichhardts Tagebücher aus den Jahren 1832-44. Konnte es etwa möglich sein, dass es da eine Schatzgrube an unveröffentlichtem Material gab – Material, das noch nie das Tageslicht erblickt hatte?

Ich begab mich auf Quellensuche und siehe da – die handgeschriebenen Tagebücher lagen im Original, auf Deutsch, in den Tiefen der Mitchell Library, ohne bisher zu Tage gefördert worden zu sein. Bei näherer Nachforschung ergab sich, dass der Text von ca 250,000 Wörtern von Leichhardt während seiner ersten Jahre in Australien verfasst worden war, darunter die Zeit an Moreton Bay – mithin vor den Toren meiner Heimatstadt Brisbane!

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